Gastbeitrag von Jennifer Schellenberg
Wie können leerstehende Gebäude in den Dörfern des Wartburgkreises wieder mit Leben gefüllt werden? Welche guten Beispiele gibt es bereits? Und wie können Kommunen, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürger bei der Aktivierung von Leerstand unterstützt werden?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt der zweiten Regionalkonferenz „Zukunft ländlicher Raum“, die am Samstag, 20. Juni, im Dorfgemeinschaftshaus Wünschensuhl stattfand.
Die Veranstaltung wurde vom Amt für Kreisplanung und Regionalentwicklung des Landratsamtes Wartburgkreis im Rahmen des Landkreisfestes in Wünschensuhl organisiert und stand unter dem Titel „Leerstand – Raum für Zukunft und Gemeinschaft“.
Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Bürgermeister, Ortsteilbürgermeister, Vertreter von Initiativen sowie Engagierte aus der Ortsentwicklung, nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Austausch über Chancen für leerstehende Gebäude
Eröffnet wurde die Regionalkonferenz durch Landrat Dr. Michael Brodführer und den Bürgermeister der Stadt Werra-Suhl-Tal, Maik Klotzbach.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praktische Beispiele, aktuelle Entwicklungen und neue Unterstützungsangebote rund um die Aktivierung von Leerstand im ländlichen Raum.
„Leerstand ist nicht nur eine bauliche Herausforderung, sondern auch eine große Chance für unsere Dörfer. Wo Gebäude wieder genutzt werden, entstehen Orte der Begegnung, des Engagements und der Gemeinschaft. Genau solche Impulse brauchen wir, um unsere Orte zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, sagte Landrat Dr. Michael Brodführer.
„Die Regionalkonferenz hat gezeigt, wie viel Ideenreichtum und Tatkraft es im Wartburgkreis gibt. Als Landkreis wollen wir diese Initiativen sichtbar machen, vernetzen und bestmöglich unterstützen.“
LeerGut-Agenten stellen Kooperationsprojekt im Wartburgkreis vor
Einen fachlichen Impuls gab Robert Anton von den LeerGut-Agentinnen und -Agenten e.V. Er stellte das geplante Kooperationsprojekt im Wartburgkreis vor.
Es sollen zwölf Initiativen, die ein leerstehendes Gebäude aktivieren möchten, die Möglichkeit erhalten, über einen sogenannten LeerGut-Schein Beratung, Unterstützung sowie Zugang zu einem fachlichen Netzwerk zu bekommen.
Finanziert wird das Projekt durch die Sparkassenstiftung der Wartburg-Region. Der Wartburgkreis und die Stiftung LandCampus begleiten das Vorhaben als Netzwerkpartner.
Ziel ist es, Engagierte vor Ort dabei zu unterstützen, tragfähige Nutzungsideen zu entwickeln und konkrete Projekte auf den Weg zu bringen.
Gute Beispiele aus dem Wartburgkreis vorgestellt
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden mehrere Projekte der Leerstandsaktivierung aus dem Wartburgkreis vorgestellt.
Dazu gehörten das Dorfgemeinschaftshaus Wünschensuhl, präsentiert von Ortsteilbürgermeister Stefan Börner, das Dorfgemeinschaftshaus des Vereins Landvolk Übelroda, vorgestellt durch Uwe Rübsam, sowie das Marienthaler Schlösschen, über das Wolfgang Hartmann berichtete.
Die Beispiele machten deutlich, wie unterschiedlich die Wege zur Wiederbelebung leerstehender Gebäude sein können und welche Bedeutung bürgerschaftliches Engagement, kommunale Unterstützung und regionale Netzwerke dabeihaben.
Ortsrundgang macht Dorfentwicklung erlebbar
Im Anschluss an die Regionalkonferenz nutzten Landrat Dr. Michael Brodführer, der Bürgermeister der Stadt Werra-Suhl-Tal, Maik Klotzbach, sowie Ortsteilbürgermeister Stefan Börner gemeinsam mit interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit zu einem Ortsrundgang durch Wünschensuhl.
Dabei konnten sie sich vor Ort ein Bild von der Entwicklung des Dorfes machen und Einblicke in bereits umgesetzte sowie mögliche künftige Vorhaben der Ortsentwicklung gewinnen.
Zeitgleich fand in den Straßen von Wünschensuhl das Landkreisfest des Wartburgkreises statt, das zahlreiche Besucherinnen und Besucher in den Ort lockte. So verbanden sich fachlicher Austausch, gelebtes Dorfleben und Begegnung vor Ort auf besondere Weise.
Regionalkonferenz stärkt Vernetzung im ländlichen Raum
Mit der zweiten Regionalkonferenz knüpfte das Landratsamt Wartburgkreis an den erfolgreichen Auftakt der Veranstaltungsreihe im November 2025 an.
Ziel ist es, den Austausch zwischen Kommunen, Initiativen, Vereinen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern weiter zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine zukunftsfähige Entwicklung der Dörfer im Wartburgkreis zu eröffnen.
Interesse geweckt? Mitmachen erwünscht!
Die Zukunft der Dörfer lebt vom Engagement der Menschen vor Ort. Wer selbst Ideen für die Nutzung leerstehender Gebäude hat, sich in der Ortsentwicklung engagieren möchte oder bereits Teil einer Initiative ist, kann sich aktiv einbringen. Ob als Vereinsmitglied, Projektunterstützer, Ideengeber oder Mitgestalter – viele Vorhaben freuen sich über neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter.
Landrat Dr. Michael Brodführer betonte: „Engagierte Bürgerinnen und Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Ideen mit fachlicher Unterstützung weiterzuentwickeln und umzusetzen. Denn lebendige Dörfer entstehen dort, wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und Zukunft gestalten.“
Interessierte können sich an das Amt für Kreisplanung und Regionalentwicklung des Wartburgkreises wenden.
Ansprechpartnerinnen sind Maika Baldauf und Madeleine Rein, erreichbar per E-Mail unter kreisplanung@wartburgkreis.de sowie telefonisch unter 03695/61-6301.



